Geschichte

Die Fussballfelder des F.C.“ Berdenia“ Berburg.


Als im Jahre 1948 H. Aloyse LAUER, derzeit Schneidermeister in Berburg, durch einen öffentlichen Aushang alle Einwohner zu einer Gründungsversammlung eines Fussballclubs einlud, stellten sich nicht weniger als 32 Sportbegeisterte ein und es wurde schon der 1.Vorstand gewählt.

 

Heute kann man wohl sagen dass der neue Verein nicht überall mit grosser Liebe aufgenommen wurde. Manche Leute, speziell Landwirte machten sich Sorgen über Verletzungen ihrer Söhne, welche dann als Arbeitskraft ausfallen könnten.

 

Aber auch andere Vereine befürchteten eine Konkurrenz, und so gab es manchmal Schwierigkeiten, da nicht an Traditionen gerüttelt werden durfte und es andererseits zu jener Zeit schier unmöglich war ein Meisterschaftsspiel auch nur um eine Stunde zu verlegen.

Ende der 50er Jahre wurde dann eine Vereinsentente gegründet und es sollte kaum noch zu grossen Schwierigkeiten kommen.

 

Zum Fussballspielen braucht man aber ein Spielfeld und die 4 ersten Spielfelder des F.C. „BERDENIA“ sollen nachstehend beschrieben werden.

 

Das 1. Spielfeld war in“Laekendielchen“ nach Katasterplan im „Johannisweiher“ am Wege von Berburg nach Jakobsberg. (Laekendielchen liegt gegenüber) .

 

Das 2. Spielfeld befand sich in der „Luuchtwiss“ an einem Feldweg , stossend an die Strasse Berburg nach Bech. Der Mühlenkanal bestand zu jener Zeit schon nicht mehr.

 

Diese beiden Terrains waren eigentlich nur Wiesen ohne Begradigung, nicht geebnet, ohne Umzäunung, welche nach dem Heumonat nicht mehr abgemäht wurden. Sie dienten nur zum Training und Freunschaftsspielen wo der zu gleicher Zeit gegründete „F.C. Union Sportive Grolënster“ meistens als „Sparringpartner“ diente.

 

Man wollte sich aber auch mit anderen Mannschaften vergleichen und an der Meisterschaft teilnehmen. Zu jener Zeit gab es aber schon Pläne und sogar Arbeiten an einem Spielfeld im „Bongert“. Dies war aber ein sehr schwieriges Unternehmen, da man die Meisterschaft 1950/51 aber spielen wollte, der Bongert noch nicht zur Verfügung stand, musste das 3. Spielfeld auf Binner, gen. „Binnerbréck“. gelegt werden. Dies konnte keine definitive Lösung darstellen, die Wiese war näher bei Herborn als zu Berburg, war zwar ziemlich eben, lag aber entlang eines Baches und da zu jener Zeit, auch während den Wintermonaten ohne Pause gespielt wurde, waren es öfters Schlammschlachten die dort stattfanden.

 

Als diese Wiese nun vom Eigentümer gekündigt wurde musste dringend an dem 4. Spielfeld im „Bongert“ gearbeitet werden. Man kommt aber nicht umhin zu umschreiben wie dieses Gelände vorher aussah. Es war ein regelrechtes Feuchtgebiet wo unzählige kleine Wassergräben die einzelnen Parzellen umrandeten, welche in einem kleinen Bach zwischen diesen Parzellen und der Wiese der derzeitigen Blindenanstalt mündeten. Es waren damals 10 kleinere und 2 grössere Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 78,87 Ar die damals für die Einrichtung eines Fussballfeldes zur Verfügung standen. Der Hauptbewuchs der kleinen Parzellen waren Weidenstöcke welche die Weiden lieferten zum Korbflechten und Besenbinden. Kam noch hinzu dass während des Krieges mehrere Granattrichter das Gelände verwüsteten.

 

Zur Sanierung kam zum Teil das Kriegsschädenamt, die Ackerbauverwaltung und der Fussballclub auf, da die Eigentümer dem Club das Gelände gratis zur Verfügung stellten unter der Bedingung es in ordentlichem Zustand zu unterhalten. Das Geld also musste vom Verein aufgebracht werden durch Theaterspielen, Wiesen- u. Waldfesten und nicht zuletzt von einer zinslosen Anleihe zu Beginn der Gründung des Clubs von den HH. Alfred Poos und Alphonse Schram. Die Drainagearbeiten wurden durch die Firma Bamberg & Frisoni aus Machtum ausgeführt. Es sollten eigentlich hierzu Maschinen eingesetzt werden, was sich aber als gänzlich unmöglich erwies, sodass man das Projekt nur in mühseliger Handarbeit durchführen konnte. Zum Spielen bedurfte es noch eines grossen Einsatzes des Fussballclubs wo Spieler, Vorstandsmitglieder und Freiwillige jeden Samstagnachmittag antraten um das Feld zu ebnen um es für die Meisterschaft spielbar zu machen. Dies wurde auch vom Gemeinderat anerkannt und bewilligte dem Verein zum 1. Mal ein Subsid von 2000.-F. Dies war auch der Fall 1953 (3000.F). Aussergewöhnliche Subsidien gab es noch 1954 (7000.-F) und 1955 (8000.-F) zwecks Tilgung der Vereinsschulden. Doch immer wieder wurde Nässe festgestellt . Die Herkunft musste ausfindig gemacht werden und es wurden im Nachhinein noch 9 Quellen gefasst und in die Drainagen abgeleitet. Aber auch der Bach zwischen der Wiese der Blindenanstalt und dem Fussballfeld sorgte immer für unvorhergesehene Arbeiten. Der Schilf (Riet) der hier wuchs breitete sich immer wieder zum Spielfeld aus und da dessen Wurzeln bis zu 1 m tief in den feuchten Boden drangen war es nicht einfach diesem Gewüchs beizukommen.

 

Das Spielfeld sollte eine Länge von 95 m und eine Breite von 50 m einnehmen doch da es zu jener Zeit nicht möglich war ein Stück Land von der Blindenanstalt zu erstehen und zudem die anderen Parzellen nicht der Gemeinde gehörten, musste man sich mit den damaligen Mindestmassen zufrieden geben.

 

Am 11.11.1962 wurden die 1. Akten für den Ankauf des Terrains im Bongert aufgestellt. Ein weiterer Ankauf geschah am 19.12.1962.

 

Zu diesem Zeitpunkt erst gehörte das Spielfeld der Gemeinde. Der Club selbst sorgte aber für dessen Unterhalt.

 

Die Drainagen anfangs der 50 ger Jahre waren nur einfach in den Boden verlegt worden und verstopften nach und nach. Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung des 6.2.65 den Ackerbaukonduktor-Inspektor mit einer Studie zwecks Entwässerung des Sport-Terrains zu betrauen.

Der Plan und der Kostenvoranschlag von 720 000 F. wurden in der Sitzung des 17.9.66 genehmigt.

 

Das Fussballfeld besass zu jener Zeit nicht mehr die richtigen Masse; es wurden Verhandlungen aufgenommen mit dem Orden der Hl. Elisabeth zwecks Erwerb eines Streifens von 6.60 Ar zur Verbreiterung und Verlegung des Sportfeldes.

Die Genehmigung dieses Ankaufs wurde am 18.9.68 vom Gemeinderat beschlossen. In der Gemeinderatssitzung vom 27.12.68 wurde ein weiterer Kredit von 320 000.-F für 1969 für denselben Zweck beantragt, zusätzlich einer Beleuchtung für Trainingszwecke.

 

Als dann in der Gemeinderatssitzung des 29.1.69 auch noch beschlossen wurde , im Rahmen des Feldwegeprogramms, einen festen Weg zum Fussballfeld anzulegen schien das Spielfeld des F.C. Berdenia kein Thema mehr zu sein.

 

Doch kaum war der neugewählte Gemeinderat 1976 angetreten, wurde der Fussballclub vom Landesverband aufgefordert die neugeforderten Masse von 100 x 55 m anzustreben, ansonsten kein Meisterschaftsspiel mehr auf diesem Terrain ausgetragen werden könnte.

 

Dies wurde dann auch der Gemeindeverwaltung mitgeteilt und bezugnehmend auf die Gemeinderatssitzung des 8.9.1976 schlug der Schöffenrat am 9.7.1977 der FLF vor die Verbesserungsarbeiten in der Zwischensaison 1978/79 durchzuführen.

Es wurde um Rat gefragt bei der Ackerbauverwaltung, es wurden Analysen durchgeführt und ein Bericht und Verbesserungsvorschläge vom Chef de „Service des laboratoires de contrôle et d’essais“.

 

Zur Vergrösserung des Spielfeldes bedurfte es noch eines Ankaufes von einem Teil eines Grundstückes. Die war aber nicht möglich zu dem Dorf zugewandten Teil und es war nur dem Entgegenkommen der Kongregation der Hl. Elisabeth zu verdanken, welche durch Tausch einen Streifen von 7,80 Ar von ihrer Wiese längs des Fussballfeldes abtraten. Dazu musste also noch von der Gemeinde angekauft werden. Sie erstand noch 11 kleinere Parzellen oberhalb des Spielfeldes von deren 6 in den Besitz der Ordensschwestern kamen. Der Tauschvertrag konnte am 24.8.78 durch Notarsakt abgeschlossen werden. Fast gleichzeitig konnte noch ein kleines Grundstück zur Errichtung einer „Buvette“ erstanden werden.

 

In der Gemeinderatssitzung des 18.02.1978 wurde einstimmig beschlossen das Spielfeld nach den Forderungen der F.L.F. anzulegen.

 

Die Arbeiten konnten natürlich nicht in der Zwischensaison abgeschlossen werden, alle Heimspiele mussten also, und das freundlicherweise auf den Spielfeldern unserer Nachbarsvereine abgewickelt werden.

 

Unser neues Fussballfeld konnte 1979 in einwandfreiem Zustand, gelegentlich der Feier des 30-jährigen Bestehens des F.C. Berdenia eingeweiht werden. Es ist bisher immer gut gepflegt worden. Der Nachteil dieses Terrains ist noch immer die Nässe bei starkem Regen, aber mehr noch der weite Weg zu den Duschen und Ankleideräumen. Dies ist nun Vergangenheit : das letzte offizielle Spiel wurde am Mittwoch den 8. Juni 2005 zwischen Lorentzweiler und Norden 2 ausgetragen.

 

 

 

Roger KERSCH

 

 

 

(Dieser Text wurde veröffentlicht in der Broschüre welche zur Einweihung des neuen Stadions Renert erschienen ist)

 

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